Die Haltung der Sumpfschildkröten

1. Das Anlegen eines Schildkrötenteiches

Billig muss der Teich sein, daher werden im Baumarkt ein 500 Liter Fertigteich aus schwarzem Kunststoff und die Holzpalisaden für die Umfriedung gekauft. Das Loch für den Teich ist schnell ausgehoben und die Umzäunung steht schon 2 Stunden später. Eine Glasscheibe soll die bessere Sicht ermöglichen. Der Teich wird mit Wasser gefüllt und ein paar Sumpfpflanzen werden in die vorgesehene Pflanzzone am Rand eingesetzt. So ist mein erster Teich im Jahre 2002 entstanden. Auf den ersten Blick sieht es schön aus, aber vieles wurde falsch gemacht.


  • Das Ufer-Kunststoff-Kante ist abgerundet und glatt. Die Schildkröten rutschen an der Kante immer wieder ab.
  • Es gibt keine Deckung für die Schildkröten, sie können sich nur im Wasser verstecken.
  • Die Scheibe als Hindernis wird nicht erkannt, dei Schildkröten laufen dort hin und her.
  • Der Teich ist viel zu klein und verschmutzt schnell.    
  • Die Uferkante fällt fast senkrecht ab. An kühlen Tagen sind die Schildkröten klamm und können nicht richtig schwimmen, daher können sie nicht das Ufer erklettern.                                                                                                                                                                   

So konnte der Teich nicht bleiben. Die Erweiterung fogte im April 2003. Ein neuer Teich mit zwei terassenartigen Absätzen wurde ausgehoben und die Teichfolie ausgelegt. Nach dem Füllen mit zirka 8000 Litern Wasser wurden die Folienränder abgeschnitten und die Teichkante wulstartig (mit Erde oder runden Steinen unterfüllt) aufgebaut und der Rest der Teichfolie im Erdreich eingebuddelt. Duch den Wasserstand sieht man, wo hier und da noch die Teichkante angehoben oder abgesenkt werden muss, um ringsum eine gleichmäßige Oberkante zu erhalten.


Die Holzpalisaden wurden um die beide Teiche gesetzt, damit die Schildkröten nicht entweichen können. Der Teichrand wurde mit Steinen aufgebaut, so dass weitestgehend die Teichfolie abgedeckt wurde. Im Oktober 2003 war der Teich schon gut bewachsen. Er wurde abgelassen, um für die Überwinterung alle Sumpfschildkröten zu entnehmen, Die Tiere sollten in der Garage frostfrei überwintern.


Im rechten Bild ist mittig im Teich eine leichte Untiefe zu sehen. Bis hierhin wäre der Teich auch nie im Winter durchgefroren. Leider können klamme Sumpfschildkröten im Frühjahr an diesen glatten Kanten nicht hochwandern. Das Ertrinken von Schildkröten ist die Folge. Auch wenn Weibchen von mehreren Männchen zur Paarungszeit hintereinander oder abwechseln unter Wasser gedrückt werden, ist das Weibchen so schwach und sackt auf den Teichgrund und kann ertrinken, weil es nicht rauswandern kann. Persönlich habe ich bei einem Weibchen, welches schon reglos aber noch gut beweglich war, Mund zu Mund Beatmung durchgeführt und es wieder zum Leben erweckt.



Auf Grund eines Ortswechsels begann ich dann mit dem Bau eines neuen Schildkröten-Teiches.


Das Anlegen eines neuen Schildkrötenteiches, Teichfläche: Länge 9,5 m x Breite 6,9 m, Teichtiefe, max.:  1,6 m, Wasservolumen: 35 m³

     
Mit einem Radlader wurde der Teich grob ausgehoben. Für die Teichplanung sollten zwei Zeichnungen, Draufsicht und Tiefen-Schnitt, angefertigt werden. Diese Zeichnungen benötigt der Planenlieferant zum Schweißen der Folie, da es die Größe der Teichfolie handelsüblich nicht zu kaufen gibt. Über den Boden sollten Maurerschnüre waagerecht gespannt werden, damit entsprechend der Zeichnung die Tiefen ausgehoben werden können. Sinnvoll ist es, in Stufen mit flachem Uferauslauf zu planen. Später kann man auf diesen Stufen bei gefülltem Teich bei Säuberungsarbeiten entlang gehen. Auch benötigen die Wasserpflanzen unterschiedliche Wassertiefen.

     
Damit spitze Steine, Wurzelwerk und andere Sachen die Folie im Laufe der Jahre nicht beschädigen oder gar durchstoßen wird ein Vlies (300g/m²) zuerst ausgebreitet. Darüber kommt die PE-Folie, welche 1,0 mm dick sein sollte. Jeweils 80 m² werden verlegt. Das Material hat im Sommer 2004 zirka 540 € gekostet.

     
Nun wird der Teich mit Wasser gefüllt. Da kein Brunnenwasser zur Verfügung stand, wurden 35 m³ Leitungswasser (175 €) verwendet. Während des Füllen können die Folienfalten noch korrigiet werden. Noch besser ist, wenn der Planenlieferant die Folie passgerecht verschweißt. Die Ränder der Folie werden nach dem Befüllen des Teiches grob im Abstand von 600 mm abgeschnitten. Anschließend werden die Ränder wulstartig umgelegt und mit Erdreich bedeckt. Eine Umrandung ist zwingend erforderlich, ansonsten gehen die Schildkröten auf Wanderschaft und werden nicht mehr gesehen. Die alten Holzpalisaden wurden verwendet und neue Palisaden dazu gekauft. Die vorhandenen Wasserpflanzen und die Äste zum Sonnen wurden eingebracht und nun konnten die Schildkröten eingesetzt werden.


Teichansicht im Winter 2004/2005

     
Ansicht im April/Mai 2005, die Teichfolie schaut heraus und ist den UV-Srahlen ausgesetzt, was nach Jahren zur Schädigung der Folie führt.

                              
                               Umstellung auf farbige Beton-Palisaden

      




Fortsetzung folgt demnächst


Neu: Sumpfschildkröten, Haplotyp 1a, überwintern im Nest und schlüpfen im Frühjahr 2019 erstmals in MV, Bilder in den nächsten Tagen dazu.





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